Freitag, 22. Januar 2010

Metropolis Crimes

Mit Metropolis Crimes wagen sich die fleißigen Entwickler von Lexis Numerique auf den DS und springen auf den nicht gerade unattraktiven Zug der Detektivspiele. Hotel Dusk oder auch Phoenix Wright: Ace Attorney haben bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass Knobeln auf dem kleinen Handheld richtig Spaß bereiten kann. Darf sich nun auch Metropolis Crimes dazugesellen?

Metropolis ist wahrlich kein Fleckchen Erde, dass von Sicherheit geprägt ist. Ein idealer Ort also, um sich als Privatdetektiv selbstständig zu machen. So macht es auch Red Johnson. Als er dann eines Morgens Fotos vom Entwickeln abholen möchte, findet er den Ladenbesitzer leblos am Arbeitsplatz. Die Polizei ist sofort an Ort und Stelle aber alles andere, als eine große Hilfe. Eine Stunde hat man Zeit, den Fall aufzulösen. Zwei Verdächtige gibt es am Tatort. Doch die ersten Handlungen von Johnson aktivieren ein Tutorial, das in die Spielmechaniken einführt.

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Um ein Gespräch beispielsweise zu starten, wählt man die gewünschte Person aus und zeichnet dann ein Fragezeichen auf den Touchscreen. Um Objekte zu untersuchen, muss man vorher mit einem gezeichneten Kreis, die Lupe aktivieren. Was sich in der Theorie intuitiv anhört, wird in der Praxis durch teilweise mangelhafte Erkennung der Eingaben zunichte gemacht. Wie oft habe ich ein perfektes Fragezeichen gekritzelt oder ein perfekt symmetrisches Quadrat, ohne dass es erkannt wurde.

Hat man das Tutorial überstanden, geht es aber erst richtig rund: Immer wieder müsst Ihr Rätsel bewältigen. Natürlich, schließlich seid Ihr Detektiv. Allerdings führen diese Knobeleien schnell in die Sackgasse der Nervigkeit. Ein Beispiel:

Wir befinden uns immer noch beim ersten von insgesamt vier Fällen. Der Ladenbesitzer ist tot und Verdächtige gibt es an der Zahl zwei. Um einen Raubmord auszuschließen, checken wir die Kasse. Ein Kassenzettel vom letzten Tag gibt Aufschluss darüber, wie viele Scheine sich in eben jener Kasse befinden müssten. Logische Konsequenz: Es wird nachgezählt. Allerdings (in sofern man nicht Papier und Bleistift parat hält) im Kopf. Hat man einen Schein vom Stapel berührt kann man ihn nicht noch mal überprüfen. Hat man anschließend das falsche Ergebnis eingegeben, muss man den kompletten Abschnitt wiederholen, nicht nur die Aufgabe. Freies Speichern wäre an dieser Stelle nett gewesen. So folgt das Spiel, oder speziell die Rätsel dem Try-and-Error-Prinzip.

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Generell ist das Spiel alles andere als einfach. Um Fälle zu lösen, erfordert es einiges an Hirnschmalz. Aber auch Geduld. Nicht immer ist ganz offensichtlich, was als Nächstes zu erledigen ist. Allerdings solltet ihr höllisch gut aufpassen: Eine Anzeige auf dem oberen Bildschirm zeigt Euch an, wie weit ihr mit euren Ermittlungen seid. Und an bestimmten Punkten werdet ihr über vorherige Ereignisse abgefragt. Welche Kleidung hat Person X an, wie hat Person Y reagiert. Auch hier hat man zwischendurch nicht die Möglichkeit, das Notizbuch zu überprüfen. Außerdem wäre es auch cool gewesen, ähnlich wie bei Hotel Dusk seine eigenen Infos auf das virtuelle Papier zu bringen, um dann zum Beispiel bei Rätsel oder Zahlenkombination darauf zurückzugreifen.

Doch wo das Gameplay Euch bisweilen in die Verzweiflung treibt, entschädigt die wirklich ansehnliche Grafik mit detaillierten Schauplätzen, stilvollen Effekten und einem insgesamt stimmigen und seltenen Look. Auch die Charaktere sind liebevoll gezeichnet und überzeugen durch ihre Gestik und Mimik. Man fühlt sich sofort in einen französischen Comic versetzt. Allerdings ist der Stil auch Geschmackssache.

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Fazit:

Auf den ersten Blick sieht Metropolis Crimes nach einem vielversprechenden Krimi aus, allerdings stellt sich schnell der Frust ein. Auch wenn die Steuerung innovativ ist, werden bestimmte Symbole nur selten erkannt. Außerdem sind die vier Fälle relativ schnell abgearbeitet. Nach gut sechs Stunden sind die Akten geschlossen. So bleibt unterm Strich ein ambitioniertes Point ‘n’ Click-Abenteuer, dass sich oft selbst im Weg steht. Krimi-Freunde können trotzdem einen Blick riskieren.

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Quelle
http://www.iknowyourgame.de/?p=6427

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